265: Von der Juristin zur Expertin – Warum du deine Expertise bereits jetzt positionieren solltest
„Kann ich mich in den ersten drei Berufsjahren überhaupt schon als Expertin sehen?“ Und: „Was ist, wenn mir noch die klassischen Beweise für meine Expertise fehlen?“ Genau diese beiden Fragen haben mir Teilnehmerinnen meiner Karriere-Powerworkshops gestellt – und sie stehen stellvertretend für eine Unsicherheit, die ich bei vielen Juristinnen erlebe. Gerade am Anfang der beruflichen Laufbahn scheint der Expertinnenstatus oft etwas zu sein, das man sich erst verdienen muss: mit Jahren an Berufserfahrung, abgeschlossenen Mandaten, einer Promotion, einem LL.M., einem Fachanwaltstitel oder anderen sichtbaren Nachweisen.
Ich kenne dieses Gefühl selbst sehr gut. Als ich in den Anwaltsberuf gestartet bin, hatte mein damaliger Chef bereits rund 30 Jahre Berufserfahrung. Ich war promoviert, hatte schon vor meinem Berufseinstieg ein externes Gutachten zu meinem Dissertationsthema verfasst und wurde zu genau diesem Themengebiet angefragt. Trotzdem habe ich mich lange nicht als Expertin verstanden. Rückblickend weiß ich: Das hat mich Sichtbarkeit und berufliche Chancen gekostet. Genau deshalb geht es in dieser Folge darum, wie du von der Juristin zur Expertin wirst, ohne darauf zu warten, dass dir irgendwann ein Titel oder eine bestimmte Zahl an Berufsjahren die offizielle Erlaubnis dafür gibt.