Persönlichkeit und Networking

Persönlichkeit und Networking als Juristin: 5 Impulse, wie deine Persönlichkeit zum stärksten Hebel im Netzwerk wird

Dein Netzwerk als Juristin wächst nicht allein dadurch, dass du mehr Events besuchst oder regelmäßig auf LinkedIn kommentierst oder gar postest.

Wie gut dein Netzwerk für dich funktioniert, hängt entscheidend davon ab, ob andere verstehen, wer du als Expertin und Persönlichkeit bist.

Doch genau hier liegt die entscheidende Verbindung zwischen Persönlichkeit und Networking: Viele Juristinnen geraten ins Stocken. Nicht weil es ihnen an Persönlichkeit fehlt, sondern weil sie diese beim Netzwerken auf LinkedIn ebenso wie bei Veranstaltungen vor Ort viel zu wenig sichtbar machen. Dieser Beitrag zeigt dir, warum Selbstkenntnis die entscheidende Grundlage für deine Sichtbarkeit im Netzwerk ist – und wie du mit einem einfachen Werkzeug, einem Persönlichkeitsprofil, Klarheit über deine eigenen Stärken gewinnst und sie gezielt einzusetzen weißt.

Warum Networking dir oft noch nicht die gewünschten Ergebnisse bringt

Viele Juristinnen, die ich in meinem Gruppenprogramm, dem „Juristinnen machen Karriere! Bootcamp“, begleite, beschreiben ein ähnliches Phänomen: Sie investieren nicht wenig Zeit ins Netzwerken: Sie führen auf Netzwerkveranstaltungen vor Ort Gespräche oder knüpfen Kontakte auf LinkedIn. Trotzdem bringt ihnen Networking oder ihr Netzwerk selbst nicht die gewünschten Ergebnisse. Das persönliche Engagement erscheint wirkungslos. Die Kontakte bleiben oberflächlich. Die Gespräche verlaufen eher unverbindlich. Der Grund liegt selten an mangelndem Einsatz, sondern an einer ungeklärten Frage: Wer bist du, und was verbindet dich mit anderen? Wer sich selbst gut kennt und die eigenen Stärken zu kommunizieren weiß, kann leichter Gemeinsamkeiten an bzw. mit anderen entdecken und diese für den Auf- bzw. Ausbau von Kontakten gezielt nutzen. Ganz im Sinne von „Persönlichkeit und Networking = Karrierebooster Netzwerk.“

Gemeinsamkeiten sind die Basis für Verbindungen, die wirklich tragen. 

Deine Identität als Anwältin bzw. Unternehmensjuristin ist dabei mehr als Fachgebiet und berufliche Titel. Sie umfasst alle Facetten deiner Persönlichkeit, wie Know-how, berufliche Erfahrungen, Werte, Interessen, Leidenschaften, Herkunft, Überzeugungen. Mit anderen Worten: alles, was dich als Mensch und Juristin ausmacht. Je bewusster und klarer dir dies ist, desto gezielter kannst du in Kontakt treten, deine persönlichen Stärken einbringen sowie Persönlichkeit und Networking ganz leicht miteinander verbinden. Was auch nicht zu unterschätzen ist: Dein Auftreten wirkt dadurch authentischer – egal ob beim persönlichen Gespräch oder auf LinkedIn. Persönlichkeit und Networking

 

Dein Persönlichkeitsprofil: Deine Identität auf einen Blick

Ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug hilft dabei: ein Persönlichkeitsprofil. Die Grundidee ist schnell erklärt und das Ergebnis überraschend aufschlussreich.

So erstellst du dein Persönlichkeitsprofil

Schritt 1: Nimm ein leeres Blatt Papier und mache Spalten zu den Kategorien, die du in der folgenden Grafik siehst: Fachexpertise und beruflicher Werdegang, Werte und Haltung, persönliche Stärken, Interessen und Hobbys, Netzwerk und Rollen sowie Herkunft und Geschichte. Notiere dir zu jeder Kategorie alle Identitätsmerkmale, die für dich von Bedeutung sind. Alles, was für dein Selbstbild wichtig ist, zählt. Was du nicht zuordnen kannst, notiere in einer zusätzlichen Spalte „Sonstiges“.

Schritt 2: Trage alles, was dich ausmacht, in dein Persönlichkeitsprofil ein. Nimm dazu ein neues leeres Blatt und schreibe in dessen Mitte: „Das bin ich.“ Zeichne einen Kreis darum. Ordne jetzt die in Schritt 1 gesammelten Identitätsmerkmale zu den einzelnen Kategorien in konzentrischen Kreisen um den Kreis in der Mitte (=“Das bin ich.“) herum. Die wichtigsten Elemente kommen dabei nach innen, die weniger zentralen nach außen. Lass Elemente weg, die nicht passen, und füge neue hinzu, die dir bei der Entwicklung deines Persönlichkeitsprofils einfallen.

Persönlichkeit und Networking als Juristin 

Schritt 3: Verbinde jetzt die Facetten, die aus deiner Sicht zusammengehören, durch Linien. Ziehe dabei Linien zwischen allen Elementen, die deiner Meinung nach zusammengehören. Bei mir ist das beispielsweise meine Leidenschaft für den Tango. Diese verknüpfe ich mit meiner ersten großen Reise als Studentin nach Argentinien und mittlerweile auch meinem Wohnort Berlin, dem Tango-Mekka Europas.

Jedes Element ist ein Knoten in einem Netzwerk. Die Verbindungen zwischen ihnen zeigen, wie einzigartig deine Persönlichkeit ist.

Je mehr zentrale Facetten du für dich identifizierst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du über eben diese Elemente dein berufliches wie persönliches Netzwerk erweitern kannst.

Schritt 4: Notiere und markiere in deinem Persönlichkeitsprofil auch die Facetten, über die du nicht oder nicht gerne sprichst.

Viele Facetten, starkes Netzwerk

Es klingt vielleicht überraschend: Wer viele verschiedene Seiten von sich zeigt, wirkt nicht beliebig oder gar austauschbar, sondern unverwechselbar und damit interessanter. Das hat direkte Auswirkungen auf die Qualität und Größe des eigenen Netzwerks. Die Erfahrung zeigt: Juristinnen mit besonders vielen Persönlichkeitselementen verfügen nachweislich über größere und vielfältigere berufliche Netzwerke – und damit über einen breiteren Zugang zu Ideen, Perspektiven und Chancen. Der Grund: Wer als Persönlichkeit die eigene Vielseitigkeit zeigt und die individuellen Qualitäten kommuniziert, lässt sich deutlich schwerer nur in die Schublade „Juristin oder Anwältin“ stecken. Das macht eine vorschnelle Bewertung durch andere herausfordernder und zugleich echten Kontakt leichter.

Je mehr unterschiedliche Eigenschaften du von dir zeigst, umso mehr Verbindungsmöglichkeiten entstehen.

Für dich als Juristin bedeutet das: Du solltest beim Netzwerken nicht nur über deine fachlichen Qualitäten als Anwältin oder Syndikusanwältin oder Erfolge aus dem beruflichen Kontext sprechen. Zeige auch die Person dahinter – und eröffne damit mehr Raum für echte und damit nachhaltige Begegnungen. Wie du deinen Networking-Typ für dich und die Sichtbarkeit bestimmter Persönlichkeitsmerkmale nutzen kannst, erfährst du in meinem Blogbeitrag: „Sichtbar werden, Einfluss gewinnen: Welcher Networking-Typ bist du?“.

Persönlichkeit und Networking: Zurückhalten hat seinen Preis

Natürlich gibt es Facetten deiner Persönlichkeit, über die du beim Netzwerken nicht sprechen und die du beim Personal Branding mit LinkedIn nicht zeigen willst. Das ist absolut verständlich – und dein gutes Recht. Es lohnt sich trotzdem, bewusst zu entscheiden: Was hältst du zurück und warum? Denn Zurückhaltung kostet mehr, als wir oft denken. Wer Informationen und bestimmte, für den beruflichen Kontext wichtige Facetten der eigenen Persönlichkeit bewusst zurückhält, hält sich zugleich zurück. Das ist auf Dauer anstrengend und zudem für den strategischen Netzwerkauf- bzw. ausbau im Kanzlei- bzw. Unternehmensumfeld wenig sinnvoll. Hinzu kommt: Was wir verbergen, wird zur Barriere für eine mögliche und im Idealfall auch über den Anwaltskontext hinausgehende Verbindung.

Anknüpfungspunkte und damit Vertrauen entstehen nur dort, wo wir authentisch sind und uns wirklich zeigen. 

Dabei geht es nicht darum, alles preiszugeben. Du allein entscheidest, was persönlich ist und was privat bleibt – und diese Grenze darf sich im Laufe der Zeit verschieben. Was heute noch privat ist, kann morgen zu einem wertvollen Teil deiner persönlichen Geschichte werden, die du in bestimmten Situationen oder gegenüber ausgewählten Personen bewusst einbringst. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Was zeige ich alles? Sondern: Gibt es etwas, über das ich gern offener sprechen würde und dessen Zurückhaltung den Aufbau einzelner Netzwerkkontakte erschwert? Wie du den Spagat zwischen persönlich und privat beim Personal Branding meisterst und wann aus einem privaten Thema ein persönliches wird, das du gezielt für deine Sichtbarkeit nutzen kannst – darüber spreche ich in der Podcastfolge 218 zum Thema „Persönlich oder privat? Wie du als Juristin dein Personal Branding gezielt steuerst“.

Persönlichkeit und Networking

5 Praxisimpulse zu Persönlichkeit & Networking

  1. Mache dir bewusst, dass du eine vielschichtige Persönlichkeit bist. Du bist nicht nur Juristin. Deine beruflichen, aber vor allem persönlichen Erfahrungen, Interessen und Werte machen dich einzigartig. Genau das ist beim Netzwerken sowie im Netzwerk wertvoll.
  2. Definiere proaktiv dein Personal Branding, bevor es andere für dich tun. Überlege, welche Eigenschaften bei anderen in Erinnerung bleiben sollen, und konzentriere dich auf Facetten, die sich gegenseitig stärken.
  3. Überlege, welche Facetten für deine aktuellen beruflichen bzw. persönlichen Ziele relevant sind. Mandant:innen gewinnen, intern sichtbarer werden, eine neue (Führungs-)Rolle anstreben: unterschiedliche Ziele brauchen unterschiedliche Schwerpunkte beim Personal Branding sowie Networking.
  4. Zeige, wer du bist. Sei so offen wie möglich, wenn du anderen von dir erzählst – im Gespräch, auf LinkedIn, bei deinem nächsten Networking-Event.
  5. Entscheide bewusst, was persönlich ist und was privat bleibt. Nicht alles, was du für dich behältst, muss für immer privat bleiben. Was heute noch privat ist, kann morgen zu einem wertvollen Teil deiner Geschichte werden, die du gezielt und situativ einbringst.

Wie du deine Persönlichkeit gezielt auf Karrieremessen einbringst und welche Schritte dich vor, während und nach einer Messe weiterbringen, erfährst du in meinem Blogbeitrag „Erfolgreich vernetzt als Juristin: dein persönlicher Networking-Fahrplan für Karrieremessen“.


Willst du dein Netzwerk strategisch auf- oder ausbauen?

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Dein Netzwerkerfolg beginnt bei/mit dir

Networking ist kein Zahlenspiel. Es ist der Aufbau von Beziehungen, die auf echter Verbindung beruhen. Eine zugleich nachhaltige wie auch gute Beziehung entsteht dort, wo andere verstehen, wer du bist. Dein Persönlichkeitsprofil ist kein großes Projekt. Es braucht eine Stunde Zeit mit einem leeren Blatt. Es kann deinen Blick aufs Netzwerken grundlegend verändern, wenn du dir das bewusst machst:

Dein Know-how als Juristin ist kopierbar, deine Persönlichkeit ist es nicht.

Wer sich selbst gut kennt, tritt anderen gegenüber klarer auf und kann die persönlichen Stärken viel gezielter beim Networking positionieren und ansprechen.

Meine persönliche Empfehlung: Fang heute an, deine Persönlichkeit und dein Networking gezielt zu verbinden

Für einen ersten Schritt zu mehr Sichtbarkeit im Netzwerk braucht es nicht so viel: Reflektiere für dich, welche Persönlichkeitsfacetten du bereits nach außen trägst, und welche du bisher lieber für dich behältst. Wenn dabei Fragen zur Positionierung oder zu deiner Networking-Strategie entstehen, ist das ein gutes Zeichen: Du fängst an, Networking wirklich strategisch zu denken. Den nächsten Schritt kannst du dann mit der 7-Schritte-Strategie für strategisches Netzwerken angehen. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

Juristinnen machen Karriere! Podcast

Podcast-Hörtipps zum Thema „Persönlichkeit und Networking“

Dein nächster Schritt zu mehr Sichtbarkeit im Netzwerk

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