Ich habe in meinem Leben schon mehrfach erlebt, wie wertvoll ein gutes Netzwerk ist – und wie schmerzhaft es sein kann, wenn es fehlt. Als ich 2009 von Bayern nach Münster ging und dort als Anwältin anfing, kannte ich niemanden und habe lange gebraucht, bis ich vor Ort tragende Kontakte hatte. Jahre später war es dann mein Berliner Netzwerk, das mich in einer sehr herausfordernden Phase – während meiner Krebserkrankung – getragen und unterstützt hat.
Diese Erfahrungen haben mir eines klar gezeigt: Du solltest dir frühzeitig bewusst machen, was für dich persönlich ein gutes Netzwerk ausmacht – und es aufbauen, bevor du es dringend brauchst.
Genau deshalb widme ich die Podcastfolge 247 der Frage: Was unterscheidet lose Kontakte von einem Netzwerk, das wirklich trägt? Und wie wird aus Vernetzung echte Unterstützung?
Was macht ein gutes Netzwerk aus?
Für mich ist die Antwort klar: Ein starkes Netzwerk ist kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Qualität und Quantität. Du brauchst einerseits neue Kontakte – sonst passiert zu wenig Bewegung. Andererseits brauchst du Tiefe und Vertrauen, sonst bleibt alles an der Oberfläche.
Viele Juristinnen erleben genau hier einen Spannungsbogen:
- Sie knüpfen zwar Kontakte, kommen aber nie so recht in die Tiefe.
- Oder sie haben viele Kontakte, profitieren aber kaum davon, weil niemand genau weiß, wofür sie stehen.
Dazu kommen typische Fehler, die ich immer wieder beobachte und die dein Networking ausbremsen:
- Perfektionismus: „Ich kann erst loslegen, wenn mein LinkedIn-Profil perfekt ist / ich mehr Erfahrung habe / ich als Expertin ‚fertig‘ bin.“ Meine klare Haltung: Perfect is too late – fang jetzt an.
- Aktionismus: Du machst viel (Events, Vernetzungsanfragen, Posts), aber ohne klares Ziel. Das kostet Energie und führt selten dahin, wo du hinwillst.
- Keine Strategie: Du weißt zwar ungefähr, was du erreichen möchtest, überlegst dir aber nicht konkret, wie du dein Networking angehst. Dadurch verläuft vieles im Sande.
Wenn du dir diese Muster bewusst machst, bist du dem nächsten Schritt schon ein gutes Stück näher: dein Networking nicht „irgendwie“, sondern strategisch aufzustellen. Für einen tieferen Einstieg in typische Fehler empfehle ich dir die Podcastfolgen Folge 174: 5 elementare Fehler in puncto Qualität beim Networking – was ich gern früher gewusst hätte und Folge 166: 3 Fehler, die du als Juristin bei deiner Positionierung als Expertin im Netzwerk besser vermeiden solltest.
Den nächsten Networking-Trainingsabend veranstalte ich am 19.02.2026 zum Thema “Passende neue Kontakte mit Strategie – So sprichst du als Juristin die richtigen Kontakte an & baust dir ein beruflich starkes Netzwerk auf“
„Ein gutes Netzwerk ist eine Mischung aus Qualität und Quantität.“
Warum du als Juristin ein gutes Netzwerk brauchst
Es gibt einen Satz, den ich im Podcast und bei meinen Events immer wieder sage:
„Kontakte schaden nur der Person, die keine oder nicht die richtigen hat.“
Networking und dein Netzwerk sind ein zentraler, wenn nicht der wichtigste Erfolgsfaktor, wenn du beruflich vorankommen, dir als Selbständige ein stabiles Business aufbauen oder deine persönlichen Ziele erreichen willst. Fachliche Leistung allein reicht nicht.
Ich arbeite hier gerne mit dem Bild des Karriere-Erfolgsfaktoren-Kuchens:
- Deine Expertise und Performance – also Wissen, Können, Ergebnisse.
- Deine Positionierung & dein Personal Branding – das Bild, das andere von dir als Expertin haben.
- Dein Netzwerk – die Menschen, die dich kennen, weiterempfehlen und Türen öffnen.

Das Überraschende (und für viele Juristinnen zunächst frustrierende):
- Dein Netzwerk macht etwa 60 % deines Erfolgs aus – und je länger du im Beruf bist, desto stärker.
- Rund 80 % unserer Entscheidungen treffen wir auf Basis von Empfehlungen – wir vertrauen Menschen, die wir kennen oder denen wir vertrauen.
- Und etwa 60 % aller Stellen werden nie offiziell ausgeschrieben, sondern über Beziehungen vergeben – Stichwort verdeckter Arbeitsmarkt.
Damit deine Kontakte dich unterstützen, weiterempfehlen oder deinen Namen „ins Spiel bringen“ können, braucht es aber eine Brücke zwischen deiner Kompetenz und deinem Netzwerk: Personal Branding. Erst wenn du klar positioniert bist und dich als Expertin sichtbar machst, können andere dich überhaupt gezielt empfehlen. Für die drei Erfolgsfaktoren habe ich eine eigene Podcastfolge Folge 179: Die 3 Erfolgsfaktoren, um als ambitionierte Juristin Karriere zu machen aufgenommen – hör da gern rein, wenn du tiefer einsteigen möchtest.
Wie du dein Netzwerk belastbar machst: Die 4-Ebenen-Networking-Strategie
Ein Netzwerk wird dann wirklich belastbar, wenn du deine Kontakte bewusst weiterentwickelst – statt sie einfach nur „ansammelst“. Dafür nutze ich in meiner Arbeit mit Juristinnen die 4-Ebenen-Networking-Strategie:
- Lose Kontakte
Das sind Menschen, mit denen du einmal in Kontakt warst – auf LinkedIn, auf einer Veranstaltung, im Projekt. Ihr kennt euch flüchtig, habt euch vernetzt, vielleicht kurz gesprochen. Hier geht es darum, sichtbar zu sein, Anknüpfungspunkte zu schaffen und grundsätzlich offen für neue Kontakte zu bleiben. - Netzwerkpartner:innen
Auf dieser Ebene kennt ihr euch persönlicher: Du weißt, wer diese Person ist, was sie beruflich macht, welche Themen sie bearbeitet und welche Ziele sie hat – und umgekehrt. Das entsteht zum Beispiel bei einem virtuellen Kaffee, einem längeren Gespräch auf einer Veranstaltung oder einem gemeinsamen Mittagessen. - Kooperationspartner:innen
Hier arbeitet ihr konkret zusammen: Ihr organisiert gemeinsam ein Event, schreibt einen Gastbeitrag, haltet einen Workshop oder begleitet Mandate gemeinsam. Kooperationen entstehen fast immer aus dem Pool deiner Netzwerkpartner:innen – deshalb ist es so wichtig, lose Kontakte immer wieder auf diese Ebene zu heben. - Multiplikator:innen
Das sind die Menschen, die über dich sprechen, wenn du nicht im Raum bist: Sie empfehlen dich weiter, bringen deinen Namen ins Spiel, machen andere auf dich aufmerksam. LinkedIn selbst kann übrigens ebenfalls als Multiplikator wirken, wenn du dort regelmäßig sichtbar bist.

Ein tragfähiges Netzwerk besteht aus Kontakten auf allen vier Ebenen – und lebt davon, dass du regelmäßig prüfst:
- Wen möchte ich von Ebene 1 auf Ebene 2 holen?
- Mit wem könnte ich eine Kooperation eingehen?
- Wer ist bereits Multiplikator:in – und wie kann ich diese Beziehung pflegen?
In den Podcastfolgen Folge 209: Networking ist mehr als ein guter Erstkontakt – 5 Tipps für die strategische Beziehungspflege von & mit Netzwerkpartner:innen und Folge 208: Netzwerkkontakte zu Multiplikator:innen machen: Wie du als Juristin von Empfehlungen aus deinem Netzwerk profitierst gehe ich detailliert darauf ein, wie du lose Kontakte zu Netzwerkpartner:innen machst und wie aus Netzwerkpartner:innen Multiplikator:innen werden.
Wenn du noch am Anfang vom strategischen Networking stehst, und dich fragst, wie du ab sofort Networking als Turbo für deine Karriere nutzen kannst: Dann lies meinen Blogbeitrag “Strategisches Netzwerken: In 7 Schritten zum Erfolg” und erfahre, warum du strategisch, zielfokussiert und mit den richtigen Menschen netzwerken solltest, statt einfach wie bisher planlos zu agieren.
Wünschst du dir eine Punkt-für-Punkt-Anleitung für dein strategisches Networking, um als Juristin deine (Karriere-)Ziele zu erreichen,
am besten mit vielen praktischen Umsetzungstipps?

Erfahre, wie du ab sofort mit Strategie (und eben nicht irgendwie) neue Kontakte knüpfst und bestehende vertiefst, um so leicht und schnell deine Karriereambitionen umzusetzen.
Spielregeln für erfolgreiches Networking
Damit Networking nicht nach „Kalkül“ klingt, sondern sich stimmig anfühlt, brauchst du klare Spielregeln für dich selbst. Drei davon lege ich dir besonders ans Herz:
1. Erst geben
Geben ohne sofortige Gegenleistung ist der Kern von vertrauensvollem Networking. Empfiehl andere weiter, teile hilfreiche Informationen, stelle Kontakte her – einfach, weil du kannst und möchtest. Gerade wir Frauen sind darin häufig gut; wichtig ist nur, dass du es bewusst und strategisch machst.
2. Dann nehmen – und zwar klar und konkret
Genauso wichtig ist es, auch nehmen zu können: um Unterstützung zu bitten, nach einer Empfehlung zu fragen, um einen Kontakt zu bitten. Das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit Klarheit. Voraussetzung ist, dass du weißt, was du brauchst – und klar kommunizierst, wie man dich unterstützen kann.
3. Dranbleiben
Networking ist kein One-Shot, sondern ein fortlaufender Prozess. Beziehungen brauchen Zeit, Wiedersehen und gemeinsame Erlebnisse. Halte den Kommunikationskreislauf zu deinen relevanten Kontakten am Laufen, indem du dich meldest, wenn du etwas Bemerkenswertes entdeckst, wenn sich beruflich etwas verändert oder wenn dir eine gemeinsame Idee kommt.
Mein Tipp: Setz dich regelmäßig – zum Beispiel einmal im Monat – hin und frag dich:
- Bei wem möchte ich mich mal wieder melden?
- Wen möchte ich unterstützen?
- Und wer könnte mir gerade weiterhelfen?

„Wir Frauen dürfen lernen, dass „nehmen“ nichts mit Schwäche zu tun hat, sondern mit Klarheit.“
Qualität und Quantität: Deine wöchentliche Networking-Mini-Challenge
Vielleicht fragst du dich jetzt: „Was soll ich denn ganz konkret jede Woche tun, um mein Netzwerk voranzubringen?“
Dafür habe ich eine einfache Mini-Challenge entwickelt, die du direkt ab dieser Woche umsetzen kannst:
- 5 neue Kontakte pro Woche knüpfen
Zum Beispiel auf LinkedIn, nach Veranstaltungen oder im Arbeitsalltag. Du siehst einen spannenden Beitrag, hörst von einer interessanten Person oder lernst jemanden kennen? Vernetze dich – gerne mit kurzer, persönlicher Nachricht. - 1 losen Kontakt zu einer Netzwerkpartnerin weiterentwickeln
Wähle eine Person aus, die für dich aktuell oder perspektivisch relevant ist, und verabrede dich zu einem virtuellen Kaffee. Wie du solche Gespräche strukturierst und entspannt führst, erkläre ich ausführlich in Podcastfolge 220. - 1 bestehenden Kontakt vertiefen
Sprich wöchentlich eine Person aus deinen Ebenen 2–4 (Netzwerkpartnerin, Kooperationspartnerin, Multiplikatorin) erneut an: Triff dich persönlich, tausche dich telefonisch aus oder nutze ein gemeinsames Event, um die Beziehung zu stärken.
Zeitlich reden wir hier von etwa 1,5 bis 3 Stunden pro Woche – also rund 20–30 Minuten am Tag. Das ist gut leistbar, hat aber eine enorme Wirkung auf dein Networking-Jahr 2026.
Denn: Ein starkes Netzwerk entsteht nicht durch Visitenkarten oder Follower:innen, sondern durch echte Beziehungen, deren strategische Weiterentwicklung – und deine Sichtbarkeit als Expertin.

„Ein gutes Netzwerk entsteht nicht durch Visitenkarten oder Follower:innen – sondern durch echte Beziehungen, deren strategische Weiterentwicklung und deine eigene Sichtbarkeit.“
Fazit: Dein Netzwerk wächst mit jeder bewussten Entscheidung
Ein wirklich tragfähiges Netzwerk entsteht nicht von heute auf morgen – aber es wächst mit jeder bewussten Entscheidung, die du triffst: mit jeder Vernetzungsanfrage, jedem virtuellen Kaffee, jedem Mal, wenn du nach Unterstützung fragst oder selbst großzügig ins Netzwerk gibst.
Wenn du verstehst, wie wichtig dein Netzwerk als Erfolgsfaktor ist, die 4-Ebenen-Strategie anwendest, klare Spielregeln für dich definierst und dir eine einfache wöchentliche Routine schaffst, legst du den Grundstein für ein berufliches Umfeld, das dich trägt – in guten Zeiten und erst recht dann, wenn es herausfordernd wird.
Mein Umsetzungstipp zum Schluss: Frag dich noch heute ganz konkret, für wen du in dieser Woche etwas tun kannst – und wer etwas für dich tun könnte. Such dir jeweils mindestens eine Person aus und verabrede dich zum virtuellen Kaffee, zum Mittagessen oder zu einem gemeinsamen Event. So wird aus deinen Kontakten nach und nach genau das, was du dir für 2026 wünschst: ein Netzwerk, auf das du dich verlassen kannst.
Du machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?
Deine Chance für 2026: Jetzt durchstarten!
Du willst dich 2026 als Expertin positionieren und/oder eine eigene, passgenaue Strategie für dein Personal Branding, Selbstmarketing oder Networking als Juristin entwickeln? Dann lass uns bei einem ➡️ kostenfreien, individuellen Karriere-Info-Call sprechen.
Wir nehmen 30 Minuten lang deine persönlichen Karrierethemen und Ziele in den Blick. Wir sprechen auch darüber, was dein konkreter nächster Schritt in Richtung Zielerreichung ist. So stellen wir sicher, dass du leicht in die Umsetzung kommst.
Die Erfolgstipps: So nutzt du dein Netzwerk als Karriere-Turbo
In der Podcast-Folge 247 erhältst du die wichtigsten Erkenntnisse in konkrete Umsetzungstipps, mit denen du direkt in deinem Alltag starten kannst. Hier meine wichtigsten Tipps für dich:
✅ Klär für dich, was ein tragfähiges Netzwerk ist – und wo du heute stehst. Nimm dir Zeit, deine aktuellen Kontakte zu sichten: Wo hast du viele lose Verbindungen, wo bereits echte Netzwerkpartner:innen, wo Kooperationspartner:innen oder Multiplikator:innen? Diese Bestandsaufnahme ist der erste Schritt zu klaren Entscheidungen.
✅ Nutze die 4-Ebenen-Strategie ganz bewusst. Überlege jede Woche, wen du von Ebene 1 auf 2 holen kannst – und welche Beziehungen auf Ebene 3 und 4 du pflegen möchtest. So baust du Schritt für Schritt ein stabiles, belastbares Netzwerk auf, das dich wirklich unterstützt.
✅ Setze deine persönliche Mini-Challenge um. Fünf neue Kontakte, ein weiterentwickelter Kontakt, ein vertiefter Kontakt pro Woche – mehr braucht es zu Beginn nicht. Entscheidend ist, dass du dranbleibst und Networking zu einem festen Bestandteil deiner Woche machst.
Weitere (Hör-)Tipps
- Folge 166: 3 Fehler, die du als Juristin bei deiner Positionierung als Expertin im Netzwerk besser vermeiden solltest
- Folge 174: 5 elementare Fehler in puncto Qualität beim Networking – was ich gern früher gewusst hätte
- Folge 179: Die 3 Erfolgsfaktoren, um als ambitionierte Juristin Karriere zu machen
- Folge 208: Netzwerkkontakte zu Multiplikator:innen machen: Wie du als Juristin von Empfehlungen aus deinem Netzwerk profitierst
- Folge 209: Networking ist mehr als ein guter Erstkontakt – 5 Tipps für die strategische Beziehungspflege von & mit Netzwerkpartner:innen
- Folge 220: Ein virtueller Kaffee als Networking-Erfolgsstrategie
Der „Juristinnen machen Karriere!“ Event-Tipp
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DU machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?