JMK 266 - Warum Christine Hugendubel ihr eigenes Anwältinnen-Netzwerk gegründet hat - Wie aus dem Ärger über Anwalts-Suchportale "Advocatae München" entstand

266: Warum Christine Hugendubel ihr eigenes Anwältinnen-Netzwerk gegründet hat – Wie aus dem Ärger über Anwalts-Suchportale „Advocatae München“ entstand

Du suchst auf einer großen Anwalts-Suchplattform oder bei Google nach einer Anwältin für ein bestimmtes Rechtsgebiet. Doch unter den vorgeschlagenen Personen findest du vor allem Männer. Genau diese Erfahrung hat meinen heutigen Podcast-Gast Christine Hugendubel so geärgert, dass sie selbst aktiv geworden ist. Statt sich weiterhin über die fehlende Sichtbarkeit selbstständiger Anwältinnen zu ärgern, hat sie kurzerhand ein eigenes Anwältinnen-Netzwerk ins Leben gerufen.

Aus einer LinkedIn-Gruppe für selbstständige Rechtsanwältinnen in München entstand zunächst ein regelmäßiger persönlicher Austausch und schließlich das Anwältinnen-Netzwerk „Advocatae München“. Heute gehören neun Anwältinnen mit unterschiedlichen Rechtsgebieten dazu. Sie unterstützen sich gegenseitig, empfehlen einander weiter und machen ihre Expertise gemeinsam sichtbar. Den entscheidenden Motivationsschub erhielt Christine übrigens bei einem meiner „Juristinnen netzwerken … After Work“-Abende im Sommer 2023. Dort erlebte sie, wie unkompliziert und offen der Austausch unter Kolleginnen sein kann.

In der Podcastfolge 266 spreche ich mit Christine darüber, wie sie ihre Idee umgesetzt hat, warum unterschiedliche Rechtsgebiete für das Netzwerk so wichtig sind und was sie anderen Juristinnen mitgeben möchte, die selbst ein Netzwerk gründen oder ihre bestehenden Kontakte gezielter nutzen wollen.

 

Vom Ärger über Anwalts-Suchportale zum eigenen Anwältinnen-Netzwerk

Christine Hugendubel ist seit fast 30 Jahren Rechtsanwältin und seit 26 Jahren selbstständig. Sie arbeitet in der Münchner Kanzlei OHE – Otto Hugendubel Emmert und ist Fachanwältin für Familienrecht, Mediatorin sowie Spezialistin im Versicherungsrecht, insbesondere im Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsrecht.

In ihrem beruflichen Umfeld war sie über viele Jahre überwiegend von Männern umgeben. Besonders geärgert hat sie jedoch, dass sie auch bei der digitalen Suche nach anwaltlicher Unterstützung häufig vor allem männliche Kollegen vorgeschlagen bekam. Sie stellte fest, dass sich auf den von ihr genutzten Anwalts-Suchportalen nicht gezielt nach Anwältinnen suchen ließ. Dabei gibt es durchaus Mandanten, die beispielsweise bei familienrechtlichen oder anderen persönlichen Anliegen ausdrücklich eine Anwältin bevorzugen.

Christine fragte deshalb bei den Plattformen nach, warum eine entsprechende Unterscheidung nicht möglich sei. Die Antwort, die sie erhielt, war für sie wenig zufriedenstellend: Sie müsse ihre eigene Profilseite mit zusätzlichen Texten optimieren, um in den Suchergebnissen weiter nach oben zu gelangen.

Statt es dabei zu belassen, überlegte sie, wie sie selbst etwas verändern könnte. Sie meldete sich bei LinkedIn an und gründete die Gruppe „Selbstständige Rechtsanwältinnen in München“. Ihre Idee war zunächst ganz einfach: andere selbstständige Kolleginnen finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten und sich ebenfalls mehr Austausch und Sichtbarkeit wünschten.

Zu ihrer Überraschung meldeten sich immer mehr Frauen. Was als digitale Initiative begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer Gemeinschaft, die sich schließlich auch regelmäßig persönlich traf.

JMK 266 - Warum Christine Hugendubel ihr eigenes Anwältinnen-Netzwerk gegründet hat - Wie aus dem Ärger über Anwalts-Suchportale "Advocatae München" entstand

„Man macht das einfach – eine Gruppe gründen, dann abwarten. Und dann kommt der eine oder andere dazu, wie ein Schneeball, der immer größer wird..“

Christine Hugendubel

Advocatae München: Ein Anwältinnen-Netzwerk ohne Konkurrenzdenken

Nach ungefähr einem Jahr zeigte sich bei den Treffen, dass immer wieder dieselben Kolleginnen dabei waren. Neun Anwältinnen hatten sich gefunden, die eines gemeinsam hatten: Sie wollten sich gegenseitig unterstützen.

Ein entscheidender Vorteil war dabei die unterschiedliche fachliche Ausrichtung. Jede Anwältin brachte ein anderes Rechtsgebiet ein. Damit entstand eine Konstellation, in der sich die Teilnehmerinnen nicht gegenseitig Mandate streitig machen mussten, sondern einander ergänzen konnten.

Christine beschreibt diesen Gedanken im Interview sehr treffend: „Die verschiedenen Rechtsgebiete sind der Schlüssel dazu, dass Konkurrenz wegfällt.“ Genau darin liegt ein besonders wichtiger Punkt. Strategisches Networking bedeutet nicht, möglichst viele Menschen kennenzulernen. Es bedeutet, Kontakte zu finden, deren Expertise, Interessen und Ziele sich sinnvoll ergänzen.

Aus diesem Gedanken heraus entschieden sich die neun Anwältinnen, eine gemeinsame Website aufzubauen. Auf netzwerk-advocatae-muenchen.de präsentieren sie sich mit ihren jeweiligen Rechtsgebieten und verlinken auf ihre eigenen Kanzleiwebsites.

Wichtig ist dabei: Das Anwältinnen-Netzwerk Advocatae München ist keine gemeinsame Kanzlei. Jede Anwältin bleibt selbstständig und arbeitet eigenverantwortlich in ihrer eigenen Kanzlei. Das Netzwerk dient der gemeinsamen Sichtbarkeit, dem fachlichen Austausch und gegenseitigen Empfehlungen.

JMK 266 - Warum Christine Hugendubel ihr eigenes Anwältinnen-Netzwerk gegründet hat - Wie aus dem Ärger über Anwalts-Suchportale "Advocatae München" entstand

„Die verschiedenen Rechtsgebiete sind der Schlüssel dazu, dass Konkurrenz wegfällt, so dass das Geben und Nehmen im Netzwerk immer ausgeglichen ist.“

Christine Hugendubel

Willst du wissen wie du als Juristin deine Karriere mit dem richtigen Netzwerk voranbringst 

Egal, ob du als Juristin …

✓  deine aktuelle berufliche Herausforderung, wie Partner-Track, mehr Führungsverantwortung, neues Arbeitsumfeld oder erfolgreiche Selbstständigkeit, zielfokussiert meistern willst,

✓  deine eigene Expertise intern wie extern strategisch positionieren willst,

✓  im Netzwerk & auf LinkedIn als Expertin sichtbar & bekannt werden willst.

Der Erfolgsstrategie-Networking-Karriere-Guide zeigt dir als Juristin Punkt für Punkt, wie du strategisch netzwerkst und so die passenden Personen in dein Netzwerk holst, um über deine Kontakte deine (Karriere-)Ziele leicht zu erreichen.

Erfolgsstrategie Netzwerken Juristinnen

Wie gegenseitige Empfehlungen in der Praxis funktionieren

Christine erzählt im Interview, dass sich das Prinzip bereits bewährt hat. Ruft beispielsweise jemand bei ihr an, der anwaltliche Unterstützung im Medizinrecht benötigt, kann sie auf eine Kollegin aus dem Netzwerk verweisen, die genau dieses Rechtsgebiet bearbeitet. Die ratsuchende Person erhält damit einen konkreten Kontakt, während die Kollegin eine passende Anfrage bekommt.

Umgekehrt können die anderen Anwältinnen Christine weiterempfehlen, wenn jemand Unterstützung im Versicherungsrecht benötigt. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Mandate innerhalb kürzester Zeit zu generieren. Christine betont ausdrücklich, dass durch die gemeinsame Website nicht plötzlich Hunderte zusätzliche Mandate entstanden sind. Vielmehr wächst eine Struktur, von der die Beteiligten profitieren können und die sich bereits im Alltag bewährt.

Warum ein lebendiges Netzwerk mehr braucht als eine Website

Eine gemeinsame Website allein macht noch kein funktionierendes Netzwerk aus.

Was mir an Christines Geschichte besonders gefällt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Anwältinnen ihren Austausch fortsetzen. Sie treffen sich weiterhin einmal im Monat zu einem gemeinsamen Stammtisch. Dabei geht es nicht nur um Mandatsanfragen, sondern auch um Erfahrungen, Ideen und die Weiterentwicklung des Netzwerks.

Gerade diese Regelmäßigkeit ist entscheidend. Denn Beziehungen entstehen nicht dadurch, dass wir einmal Kontaktdaten austauschen oder uns auf LinkedIn verknüpfen. Sie entwickeln sich durch wiederholten Austausch, Verlässlichkeit und gegenseitiges Interesse.

Christine hat außerdem etwas erkannt, das ich für erfolgreiche Netzwerkarbeit besonders wichtig finde: Sie muss nicht alles allein organisieren. Als die Gruppe wuchs, brachten sich die anderen Anwältinnen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten ein. Eine Kollegin kümmerte sich um die Gestaltung der Website, eine andere konnte gute Fotos machen, wieder eine andere übernahm die Organisation der monatlichen Treffen.

Aus Christines ursprünglicher Idee wurde dadurch ein gemeinsames Projekt. Ihr Learning: Wenn du andere mitgestalten lässt, entstehen Ideen und Möglichkeiten, auf die du allein möglicherweise gar nicht gekommen wärst.

JMK 266 - Warum Christine Hugendubel ihr eigenes Anwältinnen-Netzwerk gegründet hat - Wie aus dem Ärger über Anwalts-Suchportale "Advocatae München" entstand

„Ich würde gar nichts anders machen – aber ich würde nicht zu sehr selbst bestimmen wollen, wo’s langgeht. Die anderen ranzulassen macht ein Netzwerk erst richtig gut.“

Christine Hugendubel

🚀 Speed Networking beim nächsten Juristinnen netzwerken … After Work! 

Genau das, was Christine mit ihrem Netzwerk „Advocata München“ lebt, kannst du live erleben: Im Oktober startet das Juristinnen netzwerken … After-Work-Format wieder mit drei Terminen – am 8. Oktober in Berlin, am 15. Oktober in Stuttgart und am 20. Oktober in Frankfurt.

Weitere Termine im November: anja-schaefer.eu/after-work


Drei Learnings für dein eigenes Anwältinnen-Netzwerk

Was kannst du aus Christines Erfahrungen mitnehmen, wenn du selbst ein Netzwerk gründen oder dein bestehendes Netzwerk weiterentwickeln möchtest? Drei Erkenntnisse aus unserem Gespräch finde ich besonders wertvoll.

1. Warte nicht auf das perfekte Konzept

Christine hatte keinen vollständig ausgearbeiteten Businessplan für ihr Netzwerk. Sie hatte eine Idee, meldete sich bei LinkedIn an und gründete eine Gruppe. Erst danach zeigte sich, wie viele Kolleginnen ihr Anliegen teilten und welche Möglichkeiten sich daraus entwickeln konnten. Genau deshalb lautet ihr wichtigster Tipp:

„Hab einfach Mut, den Gedanken mal umzusetzen.“

Du musst also nicht schon zu Beginn wissen, wie dein Netzwerk in zwei Jahren aussehen wird. Entscheidend ist, dass du den ersten Schritt machst und herausfindest, ob andere deine Idee teilen.

2. Suche nach Ergänzung statt Konkurrenz

Christines Netzwerk funktioniert auch deshalb, weil sich die Rechtsgebiete der Anwältinnen unterscheiden. Wer eine Anfrage erhält, die nicht zur eigenen Expertise passt, kann eine andere Kollegin empfehlen. So entsteht ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Überlege deshalb auch für dein eigenes Netzwerk, welche Menschen dich fachlich ergänzen und welche Kontakte für beide Seiten einen Mehrwert bieten können.

3. Lass andere mitgestalten

Eine Gründerin muss nicht automatisch sämtliche Aufgaben übernehmen. Christine hat erlebt, wie bereichernd es ist, Verantwortung abzugeben und die Fähigkeiten anderer einzubeziehen. Gerade dadurch entstand aus ihrer persönlichen Initiative ein gemeinsames Anwältinnen-Netzwerk, das von mehreren engagierten Kolleginnen getragen wird.


Fazit: Ein Anwältinnen-Netzwerk beginnt mit dem ersten Schritt

Das Gespräch mit Christine Hugendubel zeigt für mich sehr schön, was möglich wird, wenn wir uns nicht länger nur über eine Situation ärgern, sondern selbst aktiv werden.

Christine wollte nicht akzeptieren, dass selbstständige Anwältinnen auf den von ihr genutzten Suchplattformen aus ihrer Sicht zu wenig sichtbar waren. Also gründete sie eine LinkedIn-Gruppe, suchte den Austausch mit Kolleginnen und entwickelte gemeinsam mit ihnen das Anwältinnen-Netzwerk Advocatae München.

Heute haben neun selbstständige Anwältinnen eine gemeinsame Plattform, empfehlen einander weiter und treffen sich regelmäßig. Aus einer einzelnen Idee ist eine Gemeinschaft geworden, die allen Beteiligten neue Möglichkeiten eröffnet.

Besonders wichtig finde ich dabei drei Dinge: Christine hat einfach angefangen. Sie hat Kolleginnen gesucht, die sich fachlich ergänzen. Und sie hat zugelassen, dass andere ihre Idee mitgestalten.

Genau das kannst du auch für dein eigenes Networking mitnehmen. Du musst nicht unbedingt selbst ein Anwältinnen-Netzwerk gründen. Vielleicht möchtest du zunächst bestehende Kontakte vertiefen, eine LinkedIn-Gruppe ins Leben rufen oder Kolleginnen zu einem regelmäßigen Austausch einladen.

Mein Umsetzungstipp für dich: Überlege dir, welche Idee für dein Networking du schon länger im Kopf hast, aber bislang nicht umgesetzt hast. Was wäre ein erster kleiner Schritt, den du noch in dieser Woche gehen könntest?

Warte nicht darauf, dass alles perfekt vorbereitet ist. Fang an, komm mit anderen ins Gespräch und schau, was daraus entsteht. Denn manchmal braucht es nur eine Person, die den ersten Schritt macht, damit viele andere folgen.

Du machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?


Deine Chance für 2026: Jetzt durchstarten!

🎉 Du steckst mit deinen Herausforderungen fest und willst wissen, wie du als Juristin sichtbarer wirst und dein Netzwerk aufbaust? Reserviere dir einen kostenfreien 1:1-Karriere-Info-Call für mehr Klarheit.

➡️ Jetzt Termin buchen  


Die Erfolgstipps: So stärkst du dein Networking als Juristin

In der Podcastfolge 266 erfährst du praxisnahe Tipps, wie du aus einer Idee ein lebendiges Netzwerk entwickelst und gemeinsam mit anderen Juristinnen sichtbarer wirst.

Hier meine drei wichtigsten Learnings aus dem Gespräch mit Christine Hugendubel:

✅ Trau dich, deine Idee umzusetzen. Du brauchst kein perfektes Konzept. Starte mit einem ersten Schritt und finde heraus, welche Kolleginnen deine Idee teilen.

✅ Setze auf gegenseitige Unterstützung. Suche gezielt nach Kontakten, deren Expertise deine eigene ergänzt. So entstehen Empfehlungen und Kooperationen statt Konkurrenz.

✅ Lass dein Netzwerk gemeinsam wachsen. Beziehe andere ein, verteile Aufgaben und bleib durch regelmäßige Treffen im Austausch. Ein lebendiges Netzwerk ist Gemeinschaftsarbeit.

 


Weitere (Hör-)Tipps


 Der „Juristinnen machen Karriere!“ Event-Tipp

Karriere-Powerworkshops am 20./21./22.10.2026

Du willst …

✅ wissen, welche 3 Hürden die meisten Juristinnen davon abhalten, ihren nächsten Karriereschritt tatsächlich anzugehen – und wie du sie überwindest?
✅ von erfolgreichen Kolleginnen lernen, was du ab sofort anders machen kannst, um beruflich weiterzukommen?
✅ eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der du deine Expertise intern wie extern sichtbar machst und deine Karriereziele strategisch angehst?

Dann sei bei dieser Runde der “Karriere-Powerworkshops für Juristinnen” mit dabei – dieses Mal zum Schwerpunkt:
„Erfolgsfaktor Personal Branding: Von der unsichtbaren Kollegin zur Expertin mit Profil“

🔜 3 Live-Trainings am 20., 21. und 22. Oktober 2026, jeweils von 8 bis 9 Uhr

➡️ Jetzt für NULL EURO anmelden und Platz sichern.
Karriere-Powerworkshops für Juristinnen 10.2026

Lass gerne ein Abo bzw. eine ★★★★★-Bewertung da und teile die Folge mit den Kolleginnen aus deinem Netzwerk.

Abonniere den Podcast hier:


Ich freue mich, wenn du Teil meines LinkedIn-Netzwerks oder der Juristinnen-netzwerken-Gruppe wirst.

Juristinnen machen Karriere! Podcast

DU machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Der Erfolgsstrategie-Networking-Karriere-Guide zeigt dir als Juristin Punkt für Punkt, wie du strategisch netzwerkst und so die passenden Personen in dein Netzwerk holst, um über deine Kontakte deine (Karriere-)Ziele leicht zu erreichen.