Ob im Mandat, in internen Besprechungen oder in Verhandlungen: Gute juristische Arbeit braucht mehr als rechtliche Expertise. Meist entscheidet nicht das Wissen allein darüber, wie Beratungsgespräche verlaufen, sondern wie du in diesen kommunizierst – strukturiert, klar und handlungssicher.
In diesem Beitrag zeige ich dir praxisnahe Tools und konkrete Tipps, mit denen du als Juristin deine Gesprächsführung professionalisierst – und typische Kommunikationsfallen von vornherein vermeidest.
Warum der Fokus auf eine optimale Gesprächsführung gerade für Juristinnen wichtig ist
In der Kanzlei, im Unternehmen oder in jedem anderen (Beratungs-)Umfeld stehen wir Juristinnen oft vor komplexen Gesprächssituationen. Die Mandant:innen sind unsicher, die Erwartungen hoch. Häufig genug ist die Zeit knapp – und die jeweiligen Rollen sind nicht immer klar definiert.
Die Kommunikation ist dann kein reiner Informationsaustausch, sondern der zentrale Motor dafür, ob und wie Beratungsgespräche gelingen und folglich die darin vereinbarten Aufgaben umgesetzt bzw. die gewünschten Ergebnisse erreicht werden.
Doch: Allein juristische Argumente reichen oft nicht aus. Die Kunst liegt darin, Information, Struktur und Beziehung miteinander in Einklang zu bringen. Und das beginnt schon lange vor dem ersten Wort.
1. Die Vorbereitung – der unterschätzte Erfolgsfaktor
Eine professionelle Gesprächsführung beginnt lange bevor du ins Gespräch gehst – in der Vorbereitung. Denn was du schon vor dem Termin klärst, beeinflusst oft den weiteren Verlauf.
👉 Tool: Rollencheck
Bevor du ins Gespräch startest, nimm dir 5–10 Minuten für einen Rollencheck:
-
In welcher Rolle spreche ich heute?
-
Was wird von mir erwartet?
-
Welche Verantwortung habe ich?
-
Und welche Handlungsspielräume besitze ich?
Wenn du Klarheit über deine Rolle hast, trittst du nicht nur souveräner auf – du erkennst auch schneller, welche Erwartungen realistisch sind und wo du Grenzen setzen musst.
👉 Tool: Zielmatrix
Bestimme vorab für dich, welche Ziele du im Einzelfall erreichen willst. Frage dich:
-
Was will ich erreichen?
-
Warum ist dieses Ziel wichtig?
-
Wie sieht ein akzeptables Ergebnis aus?
-
Woran merke ich, dass wir eine tragfähige Lösung haben?
Gerade wenn mehrere Interessen auf dem Tisch liegen, hilft dir diese Matrix, fokussiert zu bleiben und nicht im Gespräch zu „treiben“.
Small Talk als Brückenbauer
Auch der „informelle Teil“ eines Gesprächs gehört zur Vorbereitung – und kann einen überraschend großen Einfluss auf den gesamten Verlauf haben. Small Talk ist oftmals mehr als nur „Small“. Er schafft Verbindung, baut Spannung ab und gibt dir Einblicke in die Stimmung und Perspektive deines Gegenübers. Eine gelungene Eröffnungsphase kann das Eis brechen und die Grundlage für ein konstruktives, vertrauensvolles Gespräch legen.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du Small Talk bewusst als Karriere-Booster einsetzen kannst, findest du wertvolle Impulse in diesem Blogbeitrag: Small Talk als Karrierebooster.
Willst du als Juristin deine Karriere so richtig in Schwung bringen?
Hole dir jetzt den ausführlichen Karriere-Erfolgsfahrplan. Dieser zeigt dir Schritt für Schritt, wie du von den richtigen Menschen als Expertin und Persönlichkeit wahrgenommen wirst, sodass du deine persönlichen (Karriere-) Ziele leicht erreichst.
➡ Lade dir deinen Erfolgsfahrplan jetzt hier kostenfrei herunter.
2. Die 6 häufigsten Kommunikationsfallen in Beratungsgesprächen – und wie du sie vermeidest
Viele Beratungsgespräche scheitern nicht an fehlender Kompetenz, sondern an unsichtbaren Verständigungslücken. Zwischen dem, was du meinst, was du sagst, was gehört, verstanden, akzeptiert und umgesetzt wird, liegen viele herausfordernde Momente, in denen sich zeigt, ob Verständigung gelingt.
Diese sechs Kommunikationsfallen begegnen Juristinnen im Alltag besonders häufig:
Stolperfalle 1: Gedacht ist nicht gesagt
Du gehst davon aus, dass dein Gegenüber weiß, was du meinst. Sprich deshalb explizit aus, was wichtig ist – besonders bei Zielen, Erwartungen und Fristen.
👉 Je klarer du formulierst, desto weniger Raum lässt du für falsche Annahmen und Missverständnisse.
Stolperfalle 2: Gesagt ist nicht gehört
Stress, Emotionen oder Ablenkung filtern Informationen. Kontrollfragen helfen, den Informationsfluss zu sichern.
👉 So stellst du sicher, dass deine Botschaft nicht nur gesendet, sondern auch wirklich wahrgenommen wird.
Stolperfalle 3: Gehört ist nicht verstanden
Lass dein Gegenüber zusammenfassen, was angekommen ist. Das verhindert Fehlinterpretationen.
👉 Gerade bei komplexen juristischen Themen schaffst du damit eine gemeinsame Verständigungsbasis.
Stolperfalle 4: Verstanden ist nicht einverstanden
Frage aktiv nach Bedenken. Nur so bekommst du echte Zustimmung und später keine stille Blockade.
👉 Unausgesprochene Einwände wirken fort und erschweren die Umsetzung.
Stolperfalle 5: Einverstanden ist nicht ausgeführt
Vereinbare klare Schritte: Wer macht was bis wann?
👉 Konkrete Absprachen verwandeln Zustimmung in verbindliches Handeln.
6. Ausgeführt ist nicht beibehalten
Nachfassen und Feedbackschleifen sichern nachhaltige Ergebnisse.
👉 So verhinderst du, dass Vereinbarungen im Alltag untergehen oder verwässert werden.
Wer diese sechs Kommunikationsfallen kennt, kann Gespräche deutlich zielgerichteter steuern.

3. Zustimmung ist kein Ergebnis – Umsetzung braucht Struktur
Eine Einigung ist erst dann wertvoll, wenn die dazu besprochenen To-dos tatsächlich umgesetzt werden. Deshalb gilt: Halte Vereinbarungen konkret fest – schriftlich oder zumindest mit klaren Absprachen.
👉 Tool: Action-Plan
Notiere beim oder spätestens nach jedem wichtigen Gespräch:
-
Aufgaben
-
Zuständigkeiten
-
Termine
Das reduziert Missverständnisse und erhöht Verbindlichkeit auf allen Seiten.
Gerade in juristischen Kontexten, in denen mehrere Personen, wichtige Fristen und verschiedene Abhängigkeiten eine Rolle spielen (können), entscheidet diese Klarheit über den tatsächlichen Erfolg von Beratungsgesprächen. Ein strukturierter Action-Plan macht nicht nur sichtbar, was vereinbart wurde, sondern sorgt auch dafür, dass Verantwortung nicht im Ungefähren bleibt. Zugleich zeigt er, dass du als Juristin deine Steuerungs- und Führungsrolle klar wahrnimmst.
4. Haltung als Schlüsselkompetenz
Alle Techniken wirken nur so gut wie die Haltung, die sie trägt. Respekt, Wertschätzung und Klarheit sind der Rahmen, in dem Kommunikation gelingt. Mache dir in herausfordernden Momenten immer wieder bewusst:
Missverständnisse gehören dazu – entscheidend ist, wie souverän du damit umgehst.
Eine professionelle Haltung hilft dir, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn Gespräche emotional werden, Widerstand entsteht oder dein Gegenüber irritiert reagiert. Wenn du dir deiner Rolle, deiner Ziele und deiner Werte bewusst bist, kannst du ruhig bleiben, nachfragen, klären und neu ausrichten – statt dich in Rechtfertigungen oder endlosen Begründungen zu verlieren. Genau diese innere Stabilität verleiht dir in Beratungsgesprächen Sicherheit und Glaubwürdigkeit.
Erfolgstipp: Gute Gesprächsführung ist kein Soft Skill, sondern ein klarer Karrierefaktor
Mit einer entsprechenden Vorbereitung, dem Wissen um Kommunikationsfallen und einer professionellen Haltung wirst du beinahe jedes (Beratungs-)Gespräch mit Erfolg meistern – im Mandat, im Team und auf deinem Karriereweg.
Gerade für dich als Juristin bedeutet das: Eine gute Gesprächsführung verschafft dir Sichtbarkeit, Einfluss und Handlungsspielraum. Wer klar kommuniziert, seine Ziele kennt und auch in schwierigen Situationen souverän bleibt, wird schneller als kompetente Ansprechpartnerin wahrgenommen – fachlich wie persönlich. Damit wird Kommunikation zu einem echten strategischen Vorteil auf deinem Karriereweg.
Podcast-Hörtipps zum Thema „Gesprächsführung“:
- Folge 245: Die 3 größten Hebel erfolgreicher Gesprächsführung: Rolle klären, Ziele setzen und Hürden vermeiden
- Folge 188: Small Talk: Gekonnt plaudern, Sympathien gewinnen
- Folge 11: Was in der Kommunikation nicht funktioniert
Du wünschst dir persönliche Unterstützung?
Wenn du deine Beratungsgesprächs-Herausforderungen nicht allein reflektieren, sondern von einer klaren Struktur und dem individuellem Support einer Expertin profitieren willst, die diese aus eigener Erfahrung kennt, dann lass uns auf jeden Fall dazu sprechen.
➡️ Sichere dir jetzt deinen kostenfreien Info-Call und erfahre, wie ich dich beim Meistern deiner beruflichen Herausforderungen und dem Erreichen persönlicher Ziele exklusiv im 1:1 unterstützen kann.

