JMK 252 Bist du wirklich eine Hochstaplerin? Warum du deinen Erfolg kleinredest – und 3 Stellschrauben, wie du endlich aufhörst, an dir zu zweifeln

252: Bist du wirklich eine Hochstaplerin? Warum du deinen Erfolg kleinredest – und 3 Stellschrauben, wie du endlich aufhörst, an dir zu zweifeln

Du bekommst ein Lob für deine Arbeit, der Mandant ist begeistert, deine Vorgesetzte sagt „sehr gut gemacht“ – und dein erster Gedanke ist nicht „Stimmt, habe ich gut gemacht“, sondern eher: „Glück gehabt. Wenn die wüssten, wie unsicher ich eigentlich war …“ Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du mit diesem Gefühl nicht allein. In der Podcastfolge 252 spreche ich über das Hochstapler-Syndrom – und darüber, warum gerade leistungsstarke Juristinnen innerlich oft das Gefühl haben, eine Hochstaplerin zu sein.

Dabei geht es nicht darum, wirklich zu schwindeln. Im Gegenteil: Das Hochstapler-Syndrom betrifft vor allem kluge, engagierte und erfolgreiche Menschen, die fachlich stark sind, gute Arbeit leisten – und trotzdem ihre Ergebnisse kleinreden. Sie erklären Erfolge mit Glück, Zufall oder Beziehungen und nehmen Kritik doppelt so ernst wie Lob. In diesem Blogartikel zeige ich dir, was hinter diesem Muster steckt, welche Denkfehler es am Leben erhalten und an welchen drei Stellschrauben du drehen kannst, um Schritt für Schritt raus aus der inneren Rolle als Hochstaplerin zu kommen – hin zu einem realistischeren, freundlicheren Blick auf dich selbst.

 

Was steckt hinter dem Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein?

Das Hochstapler-Syndrom wurde 1978 von den Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes beschrieben. Sie untersuchten 150 sehr erfolgreiche Frauen und stellten fest: Trotz Abschlüssen, Auszeichnungen und Anerkennung fehlte ihnen das innere Erfolgsempfinden – sie hielten sich selbst für Hochstaplerinnen, die ihren Erfolg eigentlich nicht verdient hätten.

Heute wissen wir, dass rund 70 % aller Menschen dieses Gefühl irgendwann im Leben kennen – besonders häufig leistungsstarke, ehrgeizige Menschen, also genau die, die von außen als „sehr kompetent“ wahrgenommen werden. Das Hochstapler-Syndrom zeigt sich zum Beispiel als:

  • hartnäckige Selbstzweifel („Bin ich wirklich gut genug?“),
  • Versagensangst und übertriebener Perfektionismus,
  • Schwierigkeiten, Lob anzunehmen („Die wollten nur nett sein.“),
  • Überzeugung, der eigene Erfolg sei Glück oder Zufall,
  • Tendenz, Erfolge der Teamleistung zuzuschreiben, Misserfolge aber dir allein.

Ein Bild, das ich sehr gerne nutze: Du sitzt in einem voll besetzten Raum mit kompetenten Menschen. Alle wirken souverän, entspannt, selbstsicher. Nur du weißt, wie unsicher du dich innerlich fühlst. Was du nicht siehst: Viele andere denken Ähnliches über sich – sie zeigen es nur nicht. Das Hochstapler-Syndrom lebt davon, dass du deine Innenwelt mit der Außenwelt der anderen vergleichst – und dabei systematisch falsch liegst.


Drei typische Denkfehler beim Hochstapler-Syndrom

Damit du das Muster besser greifen kannst, schauen wir uns drei Denkfehler an, die das Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein, im Alltag verstärken.

1. Erfolge werden nach außen, Misserfolge nach innen attribuiert
„Das lief gut, weil ich Glück hatte.“ – „Das lief schlecht, weil ich nicht gut genug bin.“ Erfolgreiche Ergebnisse erklärst du mit Zufall, Unterstützung oder äußeren Umständen. Fehler und Kritik nimmst du dagegen komplett auf deine eigene Kappe. So verhinderst du, dass du deine Erfolge innerlich wirklich „einsammelst“ – und zählst deine Misserfolge doppelt.

2. Gefühle werden für Fakten gehalten
„Ich fühle mich unsicher, also bin ich unsicher.“
„Ich fühle mich wie eine Hochstaplerin, also bin ich eine.“

Doch Gefühle sind keine Fakten. Unsicherheit, Nervosität und Druck sind normal, wenn du aus deiner Komfortzone herausgehst – sie sagen nichts darüber aus, ob du kompetent bist. Selbstbewusste Menschen fühlen oft dasselbe wie du, interpretieren es aber anders („Klar bin ich aufgeregt, aber das gehört dazu.“).

3. Der Bestätigungsfehler hält das System am Laufen
Dein Gehirn sucht ständig nach „Beweisen“ für das, was es ohnehin glaubt – etwa „Ich bin nicht gut genug“. Konstruktive Kritik, einzelne Fehler oder skeptische Rückmeldungen wiegen für dich viel schwerer als positive Rückmeldungen. Lob blendest du eher aus oder erklärst es weg. So entsteht eine dauerhafte Diskrepanz zwischen deinen tatsächlichen Erfolgen und deiner inneren Wahrnehmung – und noch mehr Erfolg allein hilft nicht weiter.

JMK 252 Bist du wirklich eine Hochstaplerin? Warum du deinen Erfolg kleinredest – und 3 Stellschrauben, wie du endlich aufhörst, an dir zu zweifeln

Deine Sorge, eine Hochstaplerin zu sein, bedeutet nicht, dass du auch tatsächlich eine bist. Denn deine Gefühle sind keine Fakten.


Die zwei Gesichter der Hochstaplerin: Überarbeitung und Vermeidung

Das Hochstapler-Syndrom zeigt sich im Alltag häufig in zwei entgegengesetzten Bewältigungsstrategien – den „Hochstapler-Zwillingen“:

Überarbeitung
Du arbeitest übermäßig viel, bereitest dich extrem vor, kontrollierst alles mehrfach und perfektionierst Details, die sonst niemand bemerkt. Du glaubst: „Nur wenn ich mehr tue als alle anderen, fliege ich nicht auf.“ Ich selbst war als Anwältin klar in dieser Kategorie: Alles doppelt prüfen, mit Kolleg:innen rückversichern, Präsentationen zigmal überarbeiten – um ja keinen Fehler zu machen.

Vermeidung
Andere Juristinnen weichen eher aus: Sie schieben Aufgaben auf, bewerben sich nur auf Stellen, für die sie überqualifiziert sind, lehnen Beförderungen oder Vorträge ab. Die innere Logik: „Wenn ich es gar nicht erst versuche, kann ich auch nicht scheitern.“

Beide Wege haben dasselbe Ziel: die vermeintliche Entlarvung als Hochstaplerin zu verhindern. Und beide haben denselben Effekt: Du bekommst nie die Chance zu erleben, wie gut du wirklich bist – dein verzerrtes Selbstbild bleibt unangetastet.

Wir interpretieren unsere Erfahrungen in einer Weise, die unsere Überzeugung stärkt. Positives wird abgelehnt. Bei negativen Informationen sind wir ganz Ohr.


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Warum das Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein, trotz Erfolg bleibt

Vielleicht fragst du dich: „Ich habe doch längst Erfolge vorzuweisen. Warum fühlt sich das trotzdem nicht besser an?“ Die Antwort liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns. Überzeugungen wie „Ich bin nicht gut genug“ entstehen oft früh im Leben, werden emotional aufgeladen und über Jahre hinweg durch viele vermeintliche „Beweise“ verstärkt.

Unser Gehirn liebt Konsistenz: Es sucht aktiv nach Informationen, die das vorhandene Bild stützen (Bestätigungsfehler), und filtert alles andere heraus. Noch mehr Lob, Titel oder gute Beurteilungen reichen deshalb allein nicht, um das Gefühl „Ich bin eine Hochstaplerin“ aufzulösen – sie werden in deinem inneren System schlicht umgedeutet oder ausgeblendet.

Du brauchst also einen anderen Ansatz: bewusstes Gegensteuern auf Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensebene. Genau dazu gebe ich dir in der Folge drei konkrete Stellschrauben an die Hand, die ich dir im nächsten Kapitel zusammenfasse.

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Deine kleinen und großen Erfolge sind der Beweis gegen die Überzeugung, eine Hochstaplerin zu sein.


Drei Stellschrauben, mit denen du das Gefühl, Hochstaplerin zu sein, veränderst

1. Lege dir ein Erfolgsarchiv an

Das Hochstapler-Syndrom lebt davon, dass du deine Erfolge nicht wahrnimmst oder sofort relativierst. Das kannst du ändern, indem du dir ein bewusstes Gegengewicht schaffst: ein Erfolgsarchiv bzw. Erfolgstagebuch.

Nimm dir 10–15 Minuten und schreib alles auf, was du in den letzten Wochen oder Monaten erreicht hast – egal, wie klein es dir erscheint:

  • abgeschlossene Projekte oder Mandate
  • positives Feedback von Mandant:innen, Vorgesetzten oder Kolleg:innen
  • schwierige Situationen, die du gut gemeistert hast
  • zusätzliche Verantwortung, die du übernommen hast

Stell deine Zweifel für diesen Moment bewusst zurück und sammle wirklich alles. Anschließend liest du die Liste mit dem Blick einer wohlgesonnenen Kollegin oder guten Freundin: Was würdest du über diese Person denken? Genau das ist die Realität – nur eben über dich.

Deine kleinen und großen Erfolge sind der Gegenbeweis zu der inneren Überzeugung, eine Hochstaplerin zu sein.

2. Trenne Gefühle von Fakten

Unsicherheit, Nervosität und Anspannung sind normal, wenn du etwas Neues machst – zum Beispiel eine Stelle antrittst, einen Vortrag hältst oder ein wichtiges Mandat übernimmst. Das bedeutet nicht, dass du nicht kompetent bist oder schlecht vorbereitet.

Übe, innezuhalten und dir zwei Fragen zu stellen:

  • Was sind die Fakten? (Ausbildung, Vorbereitung, Erfahrungen, bisherige Rückmeldungen …)
  • Was ist „nur“ Gefühl bzw. Kopfkino?

Je öfter du diese Unterscheidung machst, desto weniger Macht haben diffuse Gefühle („Ich fühle mich wie eine Hochstaplerin“) über dein Selbstbild.

3. Sprich darüber – das nimmt dem Hochstapler-Syndrom die Macht

Das Hochstapler-Syndrom gedeiht im Geheimen. Solange du glaubst, die Einzige mit diesen Gedanken zu sein, bleiben Scham und Isolation groß. In dem Moment, in dem du mit vertrauten Menschen offen darüber sprichst – mit Kolleginnen, Freundinnen, in einem geschützten Rahmen –, verliert das Thema an Macht.

Ein schönes Bild dafür ist der Schwan: Von außen sieht alles ruhig und souverän aus, unter der Wasseroberfläche wird kräftig gepaddelt. Wenn wir uns bewusst machen, dass fast alle „paddeln“, bist du mit deinem Erleben nicht mehr allein.

Und genau dafür ist unter anderem auch der JuristinnennetzwerkenTAG da: am 17. April 2026 (mit virtuellem Get-together am Vorabend) treffen sich Juristinnen aus ganz Deutschland zu einer Online-Konferenz rund um Karriere, Sichtbarkeit und Networking – bequem via Zoom, mit Impulsen, Austausch und vielen neuen Kontakten. Dort gibt es auch einen eigenen Talk zum Hochstapler-Syndrom – mit der Anwältin und Coachin Claudia Philipp und mir. Alle Infos zum Programm und die Buchungsmöglichkeit findest du hier.

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Fazit: Du bist keine Hochstaplerin

Das Wichtigste, das du aus dieser Folge und diesem Artikel mitnehmen darfst: Du bist keine Hochstaplerin. Du bist eine Juristin, die sich hohe Maßstäbe setzt – und dabei immer wieder vergisst, wie weit sie schon gekommen ist. Das Hochstapler-Syndrom ist weit verbreitet, besonders unter engagierten, erfolgreichen Juristinnen. Es ist kein Zeichen mangelnder Kompetenz, sondern Ausdruck eines verzerrten Selbstbildes, das sich über Jahre verfestigt hat.

Der Ausweg beginnt damit, dir dieses Muster bewusst zu machen, deine Erfolge aktiv wahrzunehmen, Gefühle von Fakten zu unterscheiden und offen darüber zu sprechen. Du musst nicht von heute auf morgen zu einem völlig neuen Menschen werden. Es reicht, wenn du heute den ersten kleinen Schritt gehst: Dein persönliches Erfolgsarchiv startest, eine vertraute Person ins Boot holst oder dir 10 Minuten Zeit nimmst, um aufzuschreiben, was du in den letzten Wochen gut gemacht hast.

Frag dich zum Schluss: Würdest du einer Kollegin empfehlen, ihre Leistungen so kleinzureden wie deine eigenen? Wenn nicht – dann fang heute an, bei dir selbst damit aufzuhören.

Du machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?


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Die Erfolgstipps: So gehst du Schritt für Schritt raus aus der Hochstaplerin-Falle

In der Podcast-Folge 252 erfährst du praxisnahe und bewährte Tipps, wie du das Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein, besser verstehst und auf Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensebene gegensteuern kannst. Hier meine wichtigsten Erfolgstipps für dich:

Führe ein konsequentes Erfolgsarchiv – schwarz auf weiß. Schreibe regelmäßig auf, was du in den letzten Tagen und Wochen geschafft hast: Projekte, gelöste Schwierigkeiten, positives Feedback. So sammelst du Belege dafür, dass du keine Hochstaplerin bist, sondern kontinuierlich gute Arbeit leistest – und gibst deinem Gehirn neue „Beweise“.

Trenne bewusst zwischen Gefühl und Fakt. Halte inne, wenn der Gedanke „Ich bin eine Hochstaplerin“ auftaucht, und frage dich: Was sind die objektiven Fakten (Ausbildung, Vorbereitung, Rückmeldungen) – und was ist „nur“ mein Gefühl oder Kopfkino? Je öfter du diese Unterscheidung übst, desto weniger Macht haben Selbstzweifel über dein Selbstbild.

Sprich in einem sicheren Rahmen über deine Selbstzweifel. Wenn du dein Was, Wie und Warum kennst, erkennst du Such dir mindestens eine Person oder einen geschützten Rahmen (Kolleginnen, Netzwerk, Coaching), in dem du offen darüber sprechen kannst, wie es dir geht. Wenn du merkst, dass viele andere ähnliche Gedanken kennen, verliert das Hochstapler-Gefühl an Schwere – und du kannst dir Schritt für Schritt eine passendere, freundlichere Sicht auf dich selbst erarbeiten.

  


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