Viele Juristinnen berichten mir, dass sie im Berufsalltag viel leisten, aber selten darüber sprechen. Projekte werden sauber abgewickelt, Deadlines gehalten, Verhandlungen souverän geführt – und trotzdem sind andere oft besser sichtbar. Statt Erfolge klar zu benennen, meldest du dich vielleicht eher vorsichtig zu Wort, spielst deinen Beitrag herunter oder hoffst, dass gute Leistung schon von allein gesehen wird. Genau hier setzt diese Podcastfolge an: bei der Frage, wie du den Schritt von gewohnter Zurückhaltung hin zu einem selbstbewussten, professionellen Auftreten gehst, das deiner tatsächlichen Expertise entspricht.
In der Podcastfolge 249 erfährst du, welche Denkfehler im Selbstmarketing viele Juristinnen bremsen, warum es so wichtig ist, gut über dich selbst sprechen zu können, und wie du dabei authentisch bleibst. Ich zeige dir, welche kleinen Veränderungen im Alltag große Wirkung haben und wie du mit einer einfachen 5-Schritte-Strategie dein Selbstvertrauen und deine Sichtbarkeit Schritt für Schritt stärkst – ganz ohne dich zu verbiegen.
Von Zurückhaltung zu Karrieresprung: Warum „gut über dich sprechen“ ein Skill ist
Lass uns mit drei Grundgedanken starten, die ich in der Podcastfolge hervorhebe:
- Fachkompetenz kann man antrainieren – Selbstbewusstsein auch.
Du hast dir mit Studium, Referendariat und Berufserfahrung enorm viel Fachwissen aufgebaut. Genauso kannst du lernen, selbstbewusst über dich zu sprechen – das ist kein angeborenes Talent, sondern trainierbar. - Eigenlob fühlt sich ungewohnt an – ist aber lernbar.
Gerade wir Juristinnen sind darauf gepolt, sachlich, nüchtern und zurückhaltend zu sein. Lob in eigener Sache fühlt sich schnell „zu viel“ an. Genau hier lohnt sich Training: Du kannst lernen, deine Leistung klar zu benennen, ohne überheblich zu wirken. - Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern Ergebnis bewusster Kommunikation.
Die Annahme „Wenn ich gute Arbeit leiste, wird das schon gesehen“ klingt sympathisch – sie funktioniert aber in der Realität selten. Wirkung entsteht nicht durch Kompetenz allein, sondern durch Kommunikation.
„Denn gut über sich zu sprechen ist kein Charakterzug. Es ist ein erlernbarer Karriereskill.“

Wenn du dein Selbstmarketing nicht nur theoretisch verstehen, sondern ganz konkret in deinem Berufsalltag als Juristin stärken möchtest, lade ich dich herzlich zu meinen Karriere-Powerworkshops für Juristinnen ein. An drei Online-Live-Terminen am 19., 20. und 21. Mai (jeweils 8–9 Uhr) zeige ich dir, wie du dich vom „unsichtbaren Arbeitstier“ zur sichtbaren Expertin mit klarer Positionierung entwickelst – mit erfolgserprobten Strategien zu Personal Branding und Networking und viel Raum für Fragen und Austausch mit anderen Juristinnen. Infos und Anmeldung findest du hier.
Die 3 häufigsten Denkfehler im Selbstmarketing
Im aktuellen Karriere-Powerworkshop zum Thema „Souverän & selbstbewusst sichtbar (statt zurückhaltend)“ habe ich die Teilnehmerinnen gefragt, welche inneren Hürden sie beim Selbstmarketing erleben. Die Antworten passen genau zu dem, was ich seit Jahren in meiner Arbeit sehe.
Denkfehler 1: Perfektionismus
Viele Juristinnen bewerben sich erst, wenn sie 100 Prozent des Stellenprofils erfüllen, nehmen ein Projekt erst an, wenn sie sicher sind, wirklich alles zu können, oder melden sich in Meetings nur zu Wort, wenn sie jede Eventualität durchdacht haben.
Männer hingegen sind – statistisch betrachtet – oft schon bei 50–60 Prozent am Start.
Perfektionismus suggeriert dir, er würde dich schützen. Tatsächlich hält er dich davon ab, sichtbar zu werden, Erfahrungen zu sammeln und zu wachsen.
Denkfehler 2: Selbstzweifel
Frauen sprechen bis zu 75 % weniger, wenn sie in der Minderheit sind – Männer reden in gemischten Gruppen genauso viel wie unter sich.
Selbstzweifel übersetzen sich in Sätze wie:
- „Bin ich wirklich Expertin genug?“
- „Was, wenn eine Rückfrage kommt, auf die ich keine Antwort weiß?“
- „Was, wenn jemand merkt, dass ich etwas nicht kann?“
Die Folge: Du hältst dich zurück, gehst nicht nach vorne, bringst deine Perspektive nicht ein – und bleibst unsichtbar.
Denkfehler 3: Sich klein machen
Frauen unterschätzen ihre Leistung im Schnitt um rund 20 %, Männer überschätzen sich um etwa 30 %.
Dieses Muster erkennst du an Formulierungen wie:
- „Das war doch nur Teamleistung.“
- „Ich hatte einfach Glück.“
- „Das war nicht so schwierig.“
Diese Form von Zurückhaltung wirkt nach außen bescheiden – sie führt aber dazu, dass andere deine Leistung nicht in ihrem vollen Umfang wahrnehmen können.
Wichtig ist mir dabei: All diese Denkmuster sind erlernt – und damit verlernbar. Du kannst sie Schritt für Schritt durch neue Gedanken und Verhaltensweisen ersetzen.

„Fachkompetenz kannst du dir antrainieren – einen selbstbewussten Auftritt und strategisches Personal Branding durch proaktives Selbstmarketing auch.“
Willst du den „Juristinnen machen Karriere!“- Erfolgsfahrplan
am besten schwarz auf weiß inklusive vieler praxiserprobter Umsetzungstipps?

Erfahre, wie du von den richtigen Menschen als Expertin und Persönlichkeit wahrgenommen wirst, so dass du deine persönlichen (Karriere-) Ziele leicht erreichst.
Hole dir jetzt den Guide für deine Sichtbarkeit als Expertin!
Die 3 Arten der Überzeugung nach Aristoteles
Bevor wir in konkrete Schritte gehen, möchte ich dir ein Modell vorstellen, das schon über 2.000 Jahre alt ist – und trotzdem unglaublich aktuell: die drei Arten der Überzeugung nach Aristoteles.
Er unterscheidet:
- Ethos – Vertrauen & Glaubwürdigkeit
Warum sollte man dir zuhören?
Hier geht es darum, zu zeigen, woher deine Expertise kommt: Ausbildung, berufliche Stationen, praktische Erfahrung, Mandate, Projekte. Für dich als Juristin bedeutet das: Du prahlst nicht, sondern ordnest ein, weshalb du zu einem Thema etwas sagen kannst. - Logos – Logik, Zahlen, Fakten
Was hast du konkret geleistet?
Das sind die sachlichen Informationen: Zahlen, Daten, Fakten. Zum Beispiel: „Normalerweise brauchen wir fünf Stunden für diese Auswertung – ich habe sie in zweieinhalb Stunden erstellt.“ So machst du deine Leistung konkret und messbar. - Pathos – Wirkung & Emotion
Warum war das wichtig?
Hier geht es um Bedeutung: Was hat deine Leistung bewirkt? Zeit gespart, Risiko minimiert, Klarheit geschaffen, ein Mandat gesichert, eine Eskalation vermieden. Pathos heißt nicht Drama, sondern Relevanz.
Souveränes Selbstmarketing kombiniert idealerweise Ethos, Logos und Pathos. Du zeigst:
- wer du bist und wofür du stehst (Ethos),
- was du konkret geleistet hast (Logos),
- warum das für andere wichtig ist (Pathos).
Schau dir in den nächsten Tagen bewusst an: Welche dieser drei Ebenen nutzt du bereits – und welche kommt bei dir noch zu kurz?

Aus Zurückhaltung raus: Die 5-Schritte-Strategie für aktives Selbstmarketing
Damit das Ganze nicht theoretisch bleibt, habe ich in der Podcastfolge eine 5-Schritte-Strategie vorgestellt, wie du im Arbeitsalltag Übung darin bekommst, über deine Erfolge zu sprechen – Schritt für Schritt.
Schritt 1: Fokussiere dich auf deine Erfolge
Starte bei dir: Sammle deine Erfolge – schriftlich, z. B.
- positives Feedback von Mandant:in oder Vorgesetzten
- Vortrag auf einer Konferenz gehalten
- schwierige Verhandlung gut moderiert
Du kannst dazu einen „Erfolgskalender“ führen oder eine Liste, die du regelmäßig ergänzt. Allein diese Fokussierung stärkt dein Selbstbewusstsein enorm.
Schritt 2: Informiere andere über Tatsachen
Im zweiten Schritt gehst du nach außen – aber noch sehr neutral.
Beispiele:
- „Ich habe heute den Schriftsatz für das Mandat XY fertiggestellt.“
- „Die Präsentation für das Management-Meeting morgen ist fertig vorbereitet.“
Das fällt den meisten Juristinnen noch relativ leicht, weil du „nur“ über Fakten sprichst.
Schritt 3: Benenne das Besondere
Jetzt ergänzt du einen sachlichen Hinweis auf deinen Anteil am Ergebnis:
- „Normalerweise brauchen wir dafür vier Stunden – ich habe es in zwei geschafft.“
- „Wir hatten nur sehr wenig Vorlaufzeit, trotzdem konnte ich alle Rückmeldungen einarbeiten.“
Hier kommt Logos ins Spiel: Du machst messbar, was du geleistet hast.
Schritt 4: Ergänze eine moderate Wertung
Im vierten Schritt benennst du die Wirkung deiner Leistung:
- „Damit habe ich uns eine Menge Zeit gespart – die wir jetzt für Projekt XY nutzen können.“
- „So konnten wir die Frist einhalten und haben bei der Mandantin einen sehr professionellen Eindruck hinterlassen.“
Das ist Pathos im besten Sinne: Du machst deutlich, warum dein Beitrag wichtig war – für Team, Kanzlei, Unternehmen oder Mandant:innen.
Schritt 5: Bleib authentisch
Ganz wichtig: Sprich in deinen Worten, so wie du auch sonst sprichst. Probiere Formulierungen in einem vertrauten Rahmen aus – mit Kolleg:innen, mit Freundinnen, in einer Mastermind-Gruppe.
Du musst nicht von Schritt 1 direkt zu Schritt 5 springen. Es reicht, wenn du dir vornimmst, in den nächsten Tagen bewusst von Schritt 1 zu Schritt 2 oder 3 zu gehen. Jede kleine Bewegung raus aus der Zurückhaltung macht es dir beim nächsten Mal leichter.
„Jede Frau hat das Recht und die Pflicht, über ihre Leistung und ihre Erfolge zu reden und dies lieber einmal mehr als zu wenig.“

Wenn du dein Netzwerk 2026 gezielt ausbauen und dich mit anderen Juristinnen vernetzen möchtest, ist der 6. JuristinnennetzwerkenTAG genau das Richtige für dich. Am 17. April 2026 (mit virtuellem Get-together am Vorabend) treffen sich Juristinnen aus ganz Deutschland zu einer Online-Konferenz rund um Karriere, Sichtbarkeit und Networking – bequem via Zoom, mit Impulsen, Austausch und vielen neuen Kontakten. Alle Infos zum Programm und die Buchungsmöglichkeit findest du hier.
Fazit: Von Zurückhaltung zu selbstbewusster Sichtbarkeit – du machst den Unterschied
Sichtbarkeit hat nichts mit Ego zu tun – sondern mit Verantwortung für deine Karriere. Wenn du lernst, über deine Leistung zu sprechen, deine Kompetenz klar zu zeigen und deine Erfolge in den Fokus zu rücken, machst du es anderen überhaupt erst möglich, dich als Expertin wahrzunehmen.
Du musst dafür nicht zur Rampensau werden. Es reicht, wenn du Schritt für Schritt bewusster auftrittst: deine Denkmuster reflektierst, Ethos, Logos und Pathos kombinierst und dir erlaubst, deine Ergebnisse zu benennen. So wird aus gewohnter Zurückhaltung nach und nach ein selbstbewusster, authentischer Auftritt – in Meetings, in Feedbackgesprächen, beim Networking und auf LinkedIn.
Mein Umsetzungstipp: Notiere dir in den nächsten sieben Tagen jeden Tag mindestens eine sachliche Erfolgsmeldung – und sprich sie im vertrauten Rahmen laut aus. Beobachte, was wirklich passiert – und was nur in deinem Kopfkino stattfindet.
Du machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?
Deine Chance für 2026: Jetzt durchstarten!
Du willst dich 2026 als Expertin positionieren und/oder eine eigene, passgenaue Strategie für dein Personal Branding, Selbstmarketing oder Networking als Juristin entwickeln? Dann lass uns bei einem ➡️ kostenfreien, individuellen Karriere-Info-Call sprechen.
Wir nehmen 30 Minuten lang deine persönlichen Karrierethemen und Ziele in den Blick. Wir sprechen auch darüber, was dein konkreter nächster Schritt in Richtung Zielerreichung ist. So stellen wir sicher, dass du leicht in die Umsetzung kommst.
Die Erfolgstipps: So stärkst du dein Selbstmarketing als Juristin
In der Podcast-Folge 249 erfährst du praxisnahe und bewährte Tipps, wie du deine Denkmuster erkennst, dein Selbstmarketing gezielt stärkst und Schritt für Schritt den Weg von Zurückhaltung zu selbstbewusster Sichtbarkeit gehst. Hier meine wichtigsten Tipps für dich:
✅ Erkenne deine Denkfehler – und nimm ihnen die Macht. Perfektionismus, Selbstzweifel und „sich klein machen“ sind erlernte Muster, keine Identität. Je klarer du sie erkennst, desto leichter kannst du bewusst anders handeln.
✅ Nutze Ethos, Logos & Pathos bewusst. Zeige, woher deine Expertise kommt, mach deine Leistung konkret und beschreibe, warum sie wichtig ist. So wird aus „Eigenlob“ eine professionelle Darstellung deiner Arbeit.
✅ Übe Selbstmarketing in kleinen Schritten – jeden Tag. Führe deinen Erfolgskalender, informiere andere über Tatsachen, ergänze dann Hinweise auf das Besondere und die Wirkung. So trainierst du dein Selbstbewusstsein und deine Sichtbarkeit – ohne dich zu verbiegen.
Weitere (Hör-)Tipps
- Folge 184: Wie du dich beim Networking gekonnt in Szene setzt – Selbstmarketingstrategien für Juristinnen
- Folge 203: Eigenlob stimmt! Mit diesen 5 Erfolgshebeln stärkst du dein Selbstmarketing als Juristin im( Anwalt-)Beruf
- Folge 211: Es reicht nicht, gut zu sein Die 3-Schritt-Methode für Selbstbewusstsein im Arbeitsalltag
- Folge 222: Unsichtbar als Juristin war gestern – Interview mit Sarah Kind
Der „Juristinnen machen Karriere!“ Event-Tipp
| Networking-Trainingsabend am 19.02.26 Gehört die Erstansprache unbekannter Personen – ob digital oder auf Netzwerkveranstaltungen – zu den herausforderndsten und nicht immer angenehmen Aufgaben in deinem Arbeitsalltag? Dann sei unbedingt beim ☝🏼 Online-Training für Juristinnen zum Thema “Passende neue Kontakte mit Strategie: So sprichst du als Juristin die richtigen Kontakte an & baust dir ein beruflich starkes Netzwerk auf” mit dabei. 🔜 Online-Live-Training am 19. Februar von 19 bis 21 Uhr Erfahre beim GRATIS-Trainingsabend, wie du als ambitionierte Juristin bereits beim Erstkontakt die Weichen für deinen Networking-Erfolg stellst und mit den richtigen Menschen an deiner Seite dein Netzwerk zur treibenden Kraft für dein berufliches Vorankommen und deine persönlichen Ziele machst. Tausche dich mit Gleichgesinnten beim Speed-Networking aus. ➡️ Jetzt für NULL EURO anmelden und Platz sichern. |

Lass gerne ein Abo bzw. eine ★★★★★-Bewertung da und teile die Folge mit den Kolleginnen aus deinem Netzwerk.
Abonniere den Podcast hier:
Ich freue mich, wenn du Teil meines LinkedIn-Netzwerks oder der Juristinnen-netzwerken-Gruppe wirst.

DU machst den Unterschied. Wenn nicht du, wer dann?